Was wäre, wenn Weihnachten zu einer anderen Jahreszeit wäre?

Andreas Räber

Es regnet. Zwischenzeitlich hat es Nebel mit Sichtweiten von unter 10 Metern. Die Nächte werden länger, die Tage kürzer. Ich suche nach Motivation. Genau zu dieser Zeit ist die heilige Zeit. Advent und Weihnachten. Diese christlichen Feiertage verbinde ich mit Ruhe, Entspannung, Erholung, mit sein Dürfen. Zumindest in meinen Gedanken. Die Realität sieht oft anders aus. Endspurt bis zum Jahresende. Voller Terminkalender, Weihnachtsessen, Jahresendmüdigkeit … Warum ist Weihnachten eigentlich im Winter? In der dunkelsten aller Jahreszeiten?

Wie wäre Weihnachten im Frühling?

Der Frühling hat etwas Dynamisches. Der Schnee schmilzt, saftiges Grün kommt zu Vorschein und wird noch grüner. Blumen spriessen, Vögel zwitschern, die ersten warmen Tage locken die Menschen aus dem Haus. Man nimmt einander wieder mehr wahr. Der Frühling mit seiner Botschaft, dass Neues entsteht, würde doch passen als Zeitpunkt für Weihnachten. Wären da nicht schon die anderen Feiertage, die an christliche Wert erinnern. Weihnachten im Frühling? Feiertage ohne Ende. Nein danke.

Der Sommer: Die Seele in der Hitze baumeln lassen

Unsere Erwartungen an den Sommer sind sehr gross. Wir wollen die Sonne geniessen, draussen unter der Pergola unser Bier oder den Lambrusco mit guten Freunden geniessen. Grillieren, Fussballabende, Hängen und Gemeinschaft geniessen. Sonne tanken. Biken. Da ist viel Aktivität. Und dann noch Weihnachten feiern? Dabei hatten wir ja erst gerade im Frühling Karfreitag, Ostern, Auffahrt und Pfingsten. Nein, das geht auch nicht.

Im Herbst: Botschafter der Vergänglichkeit

Der Herbst ist für mich Botschafter des Lebensabends. Die Natur lebt Vergänglichkeit vor. Ansehnliche Vergänglichkeit. Sie ist bunt, einzigartig und unglaublich schön gezeichnet. Es ist ein Genuss, die Veränderung der Blätter an den Bäumen mit zu erleben. Schöne Vergänglichkeit und Weihnachten? Eher nein. Weihnachten mit der Geburt von Jesus Christus bildet den Start einer beeindruckenden Biografie und hat weniger mit Vergänglichkeit zu tun.

Winter: Wir rücken näher zusammen

Es wird kälter draussen. Es wird nasser. Glitschiger. Eisiger Wind, Dunkelheit. Mehr Menschen im Bus und Zug, mehr ungewollte Nähe. Niessen, Grippe, Krankheiten, das Ende des Jahres kündigt sich an und damit auch eine unbewusst gefühlte Bilanz. Was haben wir erreicht? Weihnachten ist aber auch vor dem Jahresanfang. Nennen wir es Bilanz und Perspektiven. Mitten in diese Nähe und in dieser Bilanz taucht Gott auf. Bringt eine heilige Unruhe in unser Leben. Gott, wer ist das? Gott ist Bilanz und Perspektive. Ist der, der Verantwortung von Menschen gegenüber sich selbst und den Mitmenschen fordert. Das nennt sich Gemeinschaft konkret und bewusst leben. Andere und sich selbst wahrnehmen. Winter heisst näher zusammen rücken. Das passt zu Gemeinschaft und zu Weihnachten!

Weitere Tipps zum Thema Weihnachten und Advent im Internet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.